Grenzen sind etwas sehr Persönliches. Sie sind nicht sichtbar, aber wir spüren sie – im Körper, in unseren Gefühlen und in der Begegnung mit anderen Menschen. Die dargestellte Grenzübung lädt dazu ein, den eigenen Raum bewusst wahrzunehmen und anschließend zu erleben, wie sich Nähe und Distanz im Kontakt mit einem Gegenüber anfühlen.
Die Übung besteht aus zwei Teilen:
- dem Abstecken des eigenen Raumes
- der Aufeinander-zugeh-Übung
Im ersten Teil der Übung wird oft in diesem Moment deutlich, wie viel Raum man im Alltag tatsächlich einnimmt – oder sich erlaubt einzunehmen. Das Seil hilft, etwas Unsichtbares sichtbar und spürbar zu machen. Der eigene Raum bekommt eine Form und eine Grenze, die respektiert werden darf.
Im zweiten Teil kommt eine weitere Person dazu. Beide stehen zunächst in ihrem eigenen Raum. Dann bewegen sie sich langsam aufeinander zu. Die Hände sind nach vorne geöffnet, die Handflächen zeigen zueinander. Der Blick kann den Kontakt begleiten, muss aber nicht dauerhaft gehalten werden.
Diese Grenzübung verbindet Körperwahrnehmung mit Beziehungserfahrung. Sie stärkt das Bewusstsein für den eigenen Raum und fördert einen achtsamen Umgang mit Nähe und Distanz. Indem Grenzen sichtbar und spürbar werden, entsteht oft mehr Klarheit – für sich selbst und für das Miteinander.
